Vom Bodensee zum Königssee: Steil bergauf
In Lindau sah man es am Horizont und auf dem Regenradar, aber wir sind trotzdem losgefahren. Unterwegs gab es dann reichlich Wasser, teilweise gefroren. Einzelne Bergspitzen waren sogar weiß, wenn sie denn überhaupt zu sehen waren. Morgen soll die Schneefallgrenze auf 400 Meter sinken, scherzte der Wirt …
Die Anreise mit dem kleinen Peugot hat wunderbar geklappt. Kein Stau und Harald hat Spaß mal wieder am Steuer zu sitzen. Die Räder haben wir festgezurrt. Die erste Unterkunft Hotel Martinsmühle bei Lindau war nett. Dort gab es super Holunderblütenlimonade und Flammkuchen mit Limburger und Kümmel. Die schöne Galerie mit dem Gratis-Internet-Zugang per WLAN haben wir erst beim letzten Bier entdeckt. Zum Abschied hat der Wirt noch die Bremsgummis an den Bügeln meiner Radbrille geklebt.
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In Lindau geht es an Lagerhallen und am Strandbad vorbei. Uns begegnen einige bruchreife Villen. Dann fängt der Weg an, langsam zu steigen. Es wird ländlich. Wir fahren auf kleinen meist nicht einmal richtig zweispurigen Straßen. Ab und an kommt mal ein Auto; die Leute fahren erfreulich vernünftig. Fast immer ist es geteert. Manchmal geht es kurz auf die Straße oder einen parallelen Radweg.
Das Wetter ist feuchtkalt. Zwischendurch blinzelt zwar mal die Sonne hinter den Wolken hervor, aber das reicht nicht, damit die nassen Sachen trocken werden. In den Bäumen hängen Wolkenfetzen teilweise auch in den Tälern, die wir hinter uns gelassen haben - ein schöner Anblick.
Die digitale Navigation funktioniert gut. Dank ihr wissen wir oft schon vorher, wann wir abbiegen müssen. Manchmal geht es aber auch nur mit den Schildern, wenn der Radweg versetzt über eine Straße fortgesetzt wird. Ab und an stellt sich heraus, dass der Track, den Georg und Harald im PDA haben, wohl mit einem Mountain-Bike abgefahren wurde. Wir folgen auf komfortableren Wegen den Schildern.
Als uns allen gerade nach einer Kaffeepause ist, taucht ein Gasthof auf, an dem wir die Fahrräder unabgeschlossen abstellen und mit den Sachen zum Trocknen behängen. Ich hole meinen Kuschelpulli aus der Tasche, um das an den Armen nasse Trikot los zu sein. Der Milchkaffee ist so lecker, dass wir einen zweiten nehmen. Außer ein wenig Wasser verpassen wir draußen nicht viel. Als wir aufbrechen scheint wieder die Sonne - schön, denn die Klamotten sind doch arg nass.
Die Zimmersuche in Oberstaufen kürzen wir nach zwei Absagen (zu teuer/keine Einzelzimmer mehr frei) mit einem Besuch in der Kurverwaltung ab. Dort hören wir von einem Hotel, das angeblich 35 Euro kostet und die Sauna haben soll, die Harald gern hätte. Der reale Preis liegt bei 45 Euro. Ziemlich viel für die braunen Badezimmer, aber vielleicht liegt es am Kurort. Außerdem: Welches Hotel hat schon Klingeln am Bett (wird wohl auch als Kurklinik genutzt …)
Wir essen im Kurhaus, das Ex-Kollege Norbert vor 20 Jahren besucht hat. Die Empfehlung, die auch die Wirtsleute geben, war prima: Das Essen ist lecker, das Ambiente ambitioniert, aber die Gäste weitgehend normal. Oberstaufen haben wir mit Rad und zu Fuß weitgehend erkundet. Wir sitzen noch im Aufenthaltsraum des Hotels zusammen. Ich baue an der CD und wir Twittern und Bloggen.
Dann und wann ist das Thema mal die Redaktion, aber wir kriegen meist schnell die Kurve zu anderen Dingen. Ich helfe allerdings kurz den Kollegen, die sich um unseren Web-Seiten kümmern, einen Fehler zu beheben. Die körperlichen Gebrechen halten sich derzeit in Grenzen: Harald schmerzen die Knie.
Harald twittert, dort gibt es auch Fotos, die ich vielleicht später mal hier einbaue.
59 km, 3:20 Stunden Fahrzeit, 16 km/h im Durchschnitt, 41 km/h maximal
Kollegen schickten einen Auszug aus dem Wetterbericht des BR, Unwetterwarnung für Südbayern: Besonders betroffen ist der Kreis Traunstein in Oberbayern, wie der bayerische Hochwassernachrichtendienst am Dienstag mitteilte. Für die Landkreise Altötting, Berchtesgadener Land ,Cham, Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau und Bad Tölz-Wolfratshausen gibt es offizielle Vorwarnungen. (…) Auch einige Nebenstraßen sind wegen Überflutungen unpassierbar, so unter anderem die Uferstraße in Schönau am Königssee.