Vom Bodensee zum Königssee: Bierpause
Bei stetigem Regen von allen Seiten haben wir es bis in das südlichste Brauereidorf Deutschlands geschafft, nach Rettenberg. Bis zum Mittagsschlaf haben wir schon zwei Brauereigasthöfe besucht. Der Ort kam ganz gelegen, denn heute ist es nicht nur nass, sondern dazu auch noch kalt. Für eine Brauereibesichtigung sind wir leider zu spät angereist. Die hätte um 10:30 Uhr begonnen.
Unterwegs gab es heftige Umgebungsfeuchte. Die Regenjacke suppt durch. Mir ist trotz Regenjacke, Pulli und T-Shirt kühl. Regenhose, lange Hose und Radhose dagegen sind ausreichend. Die Schuhe sind nach nur wenigen Kilometern quietschnass.
Die Etappe, die der ADFC für den zweiten Tag empfiehlt (bis Immenstadt), haben wir um wenige Kilometer getoppt und uns dann gegen die Weiterfahrt entschieden. Der Kaffee und die Suppe in der ersten Brauereigaststätte mögen dabei eine Rolle gespielt haben.
Unterwegs ist deutlich zu spüren, dass die Wassermengen nicht normal sind: Selbst kleine Bächlein gurgeln in den Wiesen. Flüsse, die man unter normalen Wetterbedingungen als Flüsschen bezeichnen würde, erreichen beachtliche Breiten. Auf den Wiesen, aber auch auf den Wegen stehen große Pfützen. Der Blick auf den großen Alpsee verschmäht man da fast.
Ich wollte ja gern die Berge sehen, aber offenbar wollen die mich nicht. Der Blick auf die schneebedeckten Wipfel der Berge bei Oberstaufen war gestern nur für wenige Augenblicke frei.
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In der zweiten Brauereigaststätte gibt es preisgünstige Zimmer (35 Euro), die weniger gruftig sind als die in Oberstaufen. Es gibt freies WLAN und einen Kicker ohne Geldeinwurf. Mir hilft die Bierprobe zu den Weißwürsten mit Brezeln und süßem Senf über die Kopfschmerzen.
Wir verbringen den Nachmittag mit Lesen, Twittern, Xenisieren und Kaffeetrinken – die Gastwirtschaft hat den ganzen Tag auf. Am Abend gibt es Knödel und Spätzle und anschließend ein paar Runden Skat mit einem Schafkopfblatt – eine interessante Herausforderung: Christbaumkugeln statt Karo, Eicheln statt Kreuz … Morgen müssen wir früher raus. Die Wirtsleute haben Ruhetag und wollen das Frühstück früh erledigen – nett, dass sie uns triefende Radler aufgenommen haben.
27 km, Fahrzeit 1:30 Stunden, 18 km/h im Durchschnitt, 49 km/h maximal