Von Wittenberg nach Mühlberg
Der Tag startet grau und nieselig. Erst mittags wird es sonniger, aber schwül. Trotz Lichtschutzfaktor 30 schramme ich am Sonnenbrand entlang. Georg kämpft mit dem Essen vom Vorabend. Mir geht es gut, ich merke ein Knie und habe mir die Leiste leicht aufgescheuert, auch habe ich mich schon mal flüssiger gebückt. Wir machen mehr Pausen. Bis Dresden kommen wir heute ohnehin nicht. Die Radwegbeschilderung, der wir nach der gestrigen Erfahrung schlicht folgen, führt uns wunderbar. Gelegentliche Umleitungen sind meist gut beschildert.
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Falls es mal schwierig ist, eilt oft Hilfe herbei: Nicht nur ältere Leute fragen, wenn sie uns orientierungslos sehen, ob sie helfen können oder bleiben zumindest stehen, sodass wir sie ansprechen/erreichen können. Die Strecken werden schlechter. Häufig Kopfsteinpflaster, besonders bei den Ortsdurchfahrten. Zu Beginn eines Gewitters landen wir in Mühlberg und finden dort in einem kleinen Gasthaus zwei einwandfreie Zimmer. Sie sind in einem Gebäude, das im Hinterhof steht. In die Gastwirtschaft müssen wir nur über den Hof huschen. Nach einem bodenständigen Essen (Schnitzelvariationen) erkunden wir den Ort.
Imbiss
– verlassen wie die Häuser dahinter?
Auf den Gehwegen hüpfen überall kleine Frösche herum. Zwei junge Mädels rauschen auf dem Tandem heran und suchen nach einer Einkaufsmöglichkeit – wie alt mögen die sein? Ich glaube nicht, dass sie volljährig sind, Georg schon – und stelle mir vor, was Nele wohl mal so unternehmen wird … Auch in diesem Ort gibt es Bruch, aber sie verstecken ihn besser. Wir haben alles gesehen, was wir am nächsten Tag brauchen werden, u.a. eine Möglichkeit für mich, Wasser zu bunkern. Georg haut sich früh hin, ich schnappe mir noch ein Bier und schaue einen Heimatfilm, um die Wiederholung eines Tatorts abzuwarten, der mir dann doch nicht zusagt. Vielleicht hätte ich doch ein Buch mitnehmen sollen?
Laut Tacho: 104 km, 5:20 Fahrzeit, 19,5 km/h Schnitt 38,5 km/h max.