Längs der Leine
Nachdem ich letztes Jahr Pfingstsonnabend das erste Mal mit dem Rad von Burgdorf nach Göttingen gefahren war, lockten dieses Jahr schon die ersten sonnigen Tage Anfang April: Am 3.4. hatte es am Nachmittag schon rund 20 Grad. Dieses Mal bin ich nicht mit dem Mountainbike, sondern mit dem Reiserad aufgebrochen.
Nach anfänglichen Überlegungen die Strecke gegenüber dem letzen Mal zu variieren, etwa Hildesheim östlich zu passieren oder ab Sarstedt den ganzen Leineradweg zu nehmen, bin ich doch den gleichen Weg wie im letzten Jahr gefahren, diesmal allerdings mit GPS-Tracker.
Die auf www.bikemap.net damals nachgemalte Strecke traf ziemlich genau den gefahrenen Weg. Auch Länge und Höhenmeter stimmten weitgehend mit dem versuchsweisen Import der aktuellen GPS-Aufzeichnung überein. Allerdings habe ich diesmal nicht durch den Wald bei Petze abgekürzt und auf die Stadtrundfahrt in Freden verzichtet. Ohne Verfahren ging es trotzdem nicht.
Erstaunlich wenig hat sich am Radweg und an der Beschilderung getan: Ab Alfeld findet man immer wieder die quadratischen roten Schilder, die einen Radweg ausweisen, nicht aber den Leineradweg meinen. Hinter der Bahnbrücke zwischen Kreiensen und Ippensen und der Leinebrücke steht nach wie vor ein Schild, das eine Umleitung via Rittierode empfiehlt, weil der Radweg Richtung Einbeck noch im Bau ist.
Diese Ausweichstrecke hat vor Rittierode noch mal einen ordentlichen Anstieg zu bieten. Es ist in der Tat aber wenig Verkehr und man landet in Salzderhelden am Bahnhof. Von dort sollte man auch über die Dämme des Hochwasserrückhaltebeckens weiter kommen. Beschildert ist dort aber kein eindeutiger Weg. Ich fahre deshalb durch den Ort an die L572 und folge ihr bis Hollenstedt. Öde, aber bringt einen weiter.
Nett ist noch mal das Durchfahren der Northeimer Seenplatte, die man auch von der Autobahn und aus dem Zug sehen kann. Danach kommt der ätzendste Teil des Radwegs entlang der neuen/alten B3 bis Göttingen. Der Versuchung, noch mal auf den Leineradweg zu gelangen, widerstehe ich: Bei Nörten gab es seinerzeit eine Umleitung auf die B3, die später auch Schilder bestätigen.
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In Bovenden hängt nach wie vor ein handgemaltes Schild “Leineradweg”. Letztes Mal blieb ich dort in einer Baustelle stecken und musste zurück auf die alte B3. Der Northeimer ADFC hat ein paar Informationen zum geplanten Ausbau des Radwegs. Offenbar sind die Planungen von 2007 bis heute nicht umgesetzt.
Interessant auch die Rückfahrt mit dem Metronom: Die Radkarte (4,50 Euro pro Tag für Regionalbahnen), die online nicht zu haben ist, kann man beim Schaffner ohne Aufpreis kaufen. An jeder Station gibt es eine Extraansage vom Band, in Nörten-Hardenberg etwa eine nuschelnde Stimme zum Hardenberger Korn …
Durch einige Verspätung, der Zug stand mit einer technischen Störung eine ganze Weile in Nörten-Hardenberg, verpasse ich den Zug nach Burgdorf knapp: Er rollt gerade aus dem Gleis. Die ganze Rücktour dauert deshalb drei Stunden. Dafür habe ich immerhin einen Teil der Strecke noch mal aus dem Zug in anderer Perspektive sehen können.
Kein Tacho. Verbrauch: 4 Liter Wasser, 1 Banane, 4 Äpfel und 3 Kekse, Fahrzeit/bewegt laut TrailRunner 6:45h, Gesamtzeit 8:30h