Rauf auf den Berg
Um 4:15 klingelt der Wecker. Obwohl ich am Abend gepackt habe, wird es arg eng, denn um 5:24 Uhr rollt der Nahverkehrszug aus Burgdorf. Der um 5:54 Uhr, der locker für den Anschluss gereicht hätte, fährt diesen Samstag nicht. Um 5:10 Uhr kapituliere ich und beschließe, das Taxi zum Hannoveraner Bahnhof zu nehmen. So schaffe ich es noch bequem unter die Dusche.
Letztlich bringt uns das frühe Aufstehen unterm Strich eine halbe Stunde mehr Zeit bei der Ankunft im Süden: Der Zug fährt eine Stunde früher Richtung Berchtesgaden und nimmt nicht den Umweg über Salzburg und eine Busfahrt von dort. Statt um 15 Uhr sollen wir um 14:30 Uhr schon da sein. Trotz der Verzögerung bin ich mit Jannis überpünktlich am Bahnhof in Hannover; der Zug steht schon bereit.
Rosemarie kommt auch bald dazu. In Göttingen steigt Jannis aus, Nele sagt noch Tschüss und will mir Kekse mitgeben. Die kriege ich aber nicht unter. Auch nicht den Spiegel, den Angela mitgebracht hat. Der Rucksack ist proppevoll – ich habe schon ein paar Sachen in Burgdorf gelassen. Die beiden Göttinger steigen zu.
In der DB Lounge in München gibt es lecker Kaffee, beim Blick aufs Handy habe ich einen Alarm: Computerproblem im Münchener Büro. Ich verlasse die anderen, fahre per Taxi nach Solln und schaue mir das Problem an. Das Löschen einer Statusdatei genügt. Mit dem Taxi zurück zum Bahnhof erwische ich den IC nach Salzburg. Der Bus dort ist weg. Ein Taxi bringt mich nach Berchtesgaden, dort warten die anderen.
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Wir nutzen das Österreichische Taxi auch gleich, um uns aus Berchtesgaden heraus zum Parkplatz Hinterbrand bringen zu lassen. Von dort aus wollen wir aufsteigen. Das Navi des Fahrers verdoppelt den Weg dorthin. Nach einigen Vorbereitungen, Schuhe binden, Sonnencreme auflegen, Stöcke ausfahren, marschieren wir los; 700 Meter Aufstieg liegen vor uns.
Es geht über steile Trampelpfade, meist noch Mutterboden mit einigen Steinen dazwischen. Der Vorwärtstrieb ist groß, wir brauchen alle Bewegung. Manchmal müssen wir über breitere Forststraßen, aber meist sind es kleinere Wege. An der Mitterkaseralm steppt schon der Bär – da wird ordentlich laut gesungen.
Die
Hütte des Österreichischen Alpenvereins war unsere erste Station
Als wir schließlich das Carl-von-Stahl-Haus erreichen, sind wir doch ganz dankbar. Wir bekommen dort ein Zimmerlager, das heißt nicht mit einem dutzend Leuten oder mehr in einem Raum und schmale Lager, sondern richtige Betten, allerdings doppelstöckig. Die Halbpension beschert uns Backerbsensuppe und Schweinebraten mit Kruste und Knödel – lecker und viel ;-)
Anfangs können wir noch draußen sitzen. Später ziehen wir uns in die Stube zurück. Dort ist ordentlich was los. Es ist schließlich Wochenende und nicht jeder hat Hunderte Kilometer Anfahrt. Ich treffe tatsächlich auf der Hütte jemanden aus München, mit dem ich beruflich immer mal wieder zu tun habe. Die Welt ist eben ein Dorf.
Laut Höhenmesser, Aufstieg 717 Meter
Laut GPS, Gehzeit 2:37 h, 9,43 km