Wandern im Rückblick
Ich hatte keine direkte Vorstellung, was mich bei einer Hüttenwanderung über mehrere Tage erwarten würde. Im Vorfeld hatte ich es mir deutlich weniger gebirgig vorgestellt. Die meisten Wege konnte man nicht nebenbei gehen, sondern musste schon sehr achtsam sein. Diese Art des Wanderns braucht einige Aufmerksamkeit. Man hat nebenbei schon Kapazität zum Denken, aber es geht auch gut ohne. Kurzum Wandern im Gebirge ist mehr als nur eine körperliche Herausforderung.
Die Wanderschuhe, die ich mir vorher gekauft hatte, waren die richtige Investition. Besonders gilt das fürs Einlaufen. Durch die fetten Blasen vorher ist mir so was auf der Wanderung erspart geblieben. An der sonstigen Ausstattung ließe sich noch optimieren: Der Rucksack mit nur einem Fach ist auf jeden Fall eine Schwachstelle – man kramt zu viel. Regenkleidung haben wir nicht gebraucht, ob das, was ich mit hatte, getaugt hätte, muss ich ein andermal ausprobieren.
Die Nähe zu anderen Menschen in den Lagern muss man aushalten. Wenn man aber überlegt, unter was für Bedingungen und Umständen Menschen leben, ist es noch immer schierer Luxus; vielleicht ist es mal ganz gut, einen anderen Standard kennenzulernen. Da man ohnehin körperlich gefordert ist, merkt man von all dem auch nicht allzu viel. Allerdings muss man Etappenschlaf abkönnen. Ich glaube nicht, dass das allein auf persönliche Schwierigkeiten in dieser Zeit zurückzuführen ist.
An und Abreise mit der Bahn waren prima. Auch die Idee, gleich am ersten Tag auf die Hütte aufzusteigen, hat gut gepasst. Alles andere wäre doofer Luxus gewesen. Das Gepäck zerrt doch erheblich an den Schultern, aber es nicht selbst zu tragen, wäre nicht authentisch und ist Teil der Erfahrung. Ein besserer Rucksack (mehr Verstellmöglichkeiten für die Schultern) wäre schon prima.
Konditionsmäßig hatte ich keine Probleme: Die viele Radfahrerei hat da offenbar geholfen. Auch sind irgendwelche Verschleißerscheinungen, etwa schmerzende Gelenke oder ähnliches, ausgeblieben. Ähnlich wie nach den Radtouren hätte ich am nächsten Tag wieder aufbrechen wollen. Eine “organisierte Tour” zu nehmen, war eine gute Wahl. Allein hätte ich diese Runde nie zusammengestellt bekommen. Wie sich herausgestellt hat, war es auch schwieriger als erwartet.